Erlebnisgastronomie mit 100-jähriger Tradition
Festwoche im Bayerischen Hof in Grünbach vom 13. bis 16. Mai
Die 100-jährige Tradition des Bayerischen Hofes in Grünbach begann nach zirka 3-jähriger Bauzeit
am 15. Dezember 1905 mit dem Erhalt der Erlaubnis zum Betrieb der Schankwirtschaft, zum
Abhalten öffentlicher Tanzmusiken und zum Beherbergen fremder Personen für Herrmann Richter,
vorher Gastwirt in Kottengrün. Neben Tanzveranstaltungen wurde der Saal damals auch von
Turnern und Kunstradfahrern genutzt. Die Hygiene spielte am Anfang unseres Jahrhunderts eine
geringe Rolle. So war im gesamten Haus kein Badezimmer eingebaut worden. In den Fremden-
zimmern waren Waschschüssel und Wasserkrug üblich.
Nach dem Tod des Wirtes 1926 führten dessen Frau Emma und der Sohn Erich das Gewerbe fort.

1933 heiratete dieser die Gastwirtstochter Paula Hutschenreuter. Ein Jahr später erweiterten sie

das Geschäft durch eine Fleischerei (Laden, Schlachthaus und Wurstküche). Im Stall wurden
Schweine, Ziegen und Hühner gehalten. Gaststätte, Beherbergung und Fleischerei waren vor-
wiegend ein reiner Familienbetrieb, bei dem Kinder und Verwandte mit halfen. Bei Veranstaltungen
gab es Aushilfskräfte und Kellner. Ein hübsches Kellnermädchen bedeutete Umsatzsteigerung.
Während des Krieges waren Kinder aus luftgefährdeten Gebieten im Saal untergebracht.
Die Wirtin Paula Richter sorgte für das leibliche Wohl mit vier Mahlzeiten täglich. Am Wochenende
waren die Kinder bei Pflegefamilien. Zum Kriegsende musste das gesamte Haus geräumt werden,
da sowjetische Soldaten für einige Monate hier lebten.
In späteren Jahren waren Saal und Fremdenzimmer Quartier für Wismut- bzw. für Straßen-
arbeiter. In den Ferienwochen wurde der Saal als Betriebsferienlager genutzt. Aber auch
Tanzveranstaltungen fanden in der Nachkriegszeit wieder statt und die Kaninchen- und
Geflügelzüchter nutzten den Saal für ihre Ausstellungen.
Immer war der Bayerische Hof für seine gute Küche bekannt. Paulas Schnitzel, Appetitsbrote,
Sülze und saure Flecke waren weithin beliebt. Sie hat bis zu ihrem Tod 1990 an Gäste vermietet.
Viele kamen Jahr für Jahr wieder und es entstand oft eine fast familiäre Bindung.
Während der Sommermonate und in den Winterferien waren zu DDR-Zeiten die Fremdenzimmer
immer ausgebucht, allerdings war das Wort "Bayerisch" im Gaststättennamen unerwünscht.
Deshalb wurde die Gaststätte nach der Verpachtung in dem 70er Jahren in "Zum Rehhübel"
umbenannt. Nach dem Tod von Erich Richter wurde 1970 zunächst der Saal zur Produktions-
stätte für Gardinen umfunktioniert und 1974 letztlich auch die Gaststätte an den VEB Grüngard
verpachtet. Während die Familie Richter ihr Haus 70 Jahre führte, wechselten nun die Wirts-
leute häufig.
Im August 1992 wurde das Haus durch die LEAHG Handelsgesellschaft mbH erworben.
Nach der Sanierung und dem Umbau folgte die Neueröffnung im Januar 1993.
In den letzten 12 Jahren hat sich im Bayerischen Hof viel verändert. Dem allgemeinen Trend in
Richtung Erlebnisgastronomie folgend, wurde 1996 der Wellnessbereich mit Sauna, Solarium,
Hallenbad und Physiotherapie geschaffen. Seit 1998 liefert die Hausbrauerei vogtländisches Bier
und eine hauseigene Destille sorgt für Hochprozentiges.
Im "Willy-Rudert-Saal" können Einheimische und Gäste seit 1998 Mundarttheater, populäre
Musik, Tanz und Kabarett erleben.
In der neu geschaffenen Musikhalle "Bergkristall" werden Kammerkonzerte und Liederabende
geboten.
Karibikbar und Lapplandgrillhütte sorgen für internationales Flair.
Traditionelle Gemütlichkeit bieten die Kaminhalle und der beheizte Biergarten.
Der Meisterkoch und sein Team garantieren hervorragende vogtländische und internationale
Küche mit kulinarischen Wochen, festlichen Menüs, Büffets und Grillspezialitäten.
Seit November 2003 lädt der Pfannekuhngkeller als neueste Attraktion des Bayerischen Hofes
zum Bowling im Gemeindezentrum an der Siehdichfürer Straße ein.